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Nachhaltiger Konsum: Tipps und Strategien für ein bewusstes Konsumverhalten

2024 hatte Deutschland schon am 2. Mai alle nachwachsenden Ressourcen verbraucht, die dem Land für das gesamte Jahr zur Verfügung gestanden hätten. Als Verbraucher:innen können wir diesem Ressourcenverbrauch entgegenwirken, indem wir unser Konsumverhalten überdenken. Wir klären, was nachhaltigen Konsum ausmacht und wie du mit bewussten Konsumentscheidungen deinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten kannst.

Was versteht man unter nachhaltigem Konsum?   

Was ist Konsum? 

Im Alltag verbrauchen und nutzen wir permanent die verschiedensten „Dinge“ wie Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung, Elektronik und vieles mehr. Die Gesamtheit der Produkte, die wir zu uns nehmen oder verwenden, und die Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen – inklusive der Beschaffung und Entsorgung –, lässt sich als unser persönliches Konsumverhalten zusammenfassen.  

Was ist Nachhaltigkeit?  

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip, bei dem es darum geht, Ressourcen so zu nutzen, dass die eigenen Bedürfnisse zwar befriedigt werden können, allerdings ohne dabei negative Konsequenzen für zukünftige Generationen in Kauf zu nehmen – vor allem in Hinblick auf die Umwelt, das Klima und die soziale Gerechtigkeit.  
 

Nachhaltiger Konsum nimmt die Folgen unseres Verbrauchs in den Fokus: Wer sein Konsumverhalten am Prinzip der Nachhaltigkeit ausrichtet, behält die ökologischen und sozialen Auswirkungen seines Konsums im Blick und achtet beispielsweise darauf, den Ressourcenverbrauch möglichst gering zu halten und faire Produktionsbedingungen zu fördern. Das geschieht durch bewusste Konsumentscheidungen – und diese erfordern eine gründliche Auseinandersetzung mit der Herkunft, Herstellung, Entsorgung und Recyclingfähigkeit von Produkten des täglichen Bedarfs.   

Tipps und Strategien für nachhaltige Konsumentscheidungen im Alltag  

Um dein Konsumverhalten umweltfreundlicher zu gestalten, brauchst du keine komplizierte Nachhaltigkeitsstrategie. Schon kleine, einfache Tipps helfen dabei, bewusstere Kauf- und Konsumentscheidungen zu treffen und so unnötige Umweltauswirkungen zu vermeiden und den Ressourcenverbrauch zu senken.    

1. Aus alt mach neu – mit dem 5-Stufen-Plan   

Eine erste Orientierung bietet die Pyramide für nachhaltigen Konsum der Verbraucherzentrale. Sie besteht aus fünf Stufen:   

Stufe 1: Nutzen, was man hat  

In vielen Lebensbereichen herrscht eine gewisse Wegwerfmentalität: Möbel, Kleidung, Elektronik und Co. werden oft aus einer Laune heraus ersetzt, weil sie nicht mehr dem eigenen Stil entsprechen, man sich satt gesehen hat, die Qualität nachlässt oder schlicht weil ein neueres Modell auf dem Markt ist. Aber: Je kürzer der Lebenszyklus eines Produkts ausfällt, desto fataler sind auch die Umweltauswirkungen. Bevor du also etwas Neues kaufst, kannst du dich fragen, ob das, was du hast, wirklich schon ausgedient hat.   

 

Stufe 2: Upcyceln und reparieren   

Viele Gegenstände wandern in den Müll, weil es bequemer scheint, sie zu entsorgen, als Zeit und Arbeit in die Reparatur zu investieren. Dabei lassen sich kleine Schwachstellen oft leicht beheben – gerade bei Haushalts- und Unterhaltungselektronik, aber auch bei Möbeln und Textilien. Vielleicht hast du technik- oder handwerkaffine Menschen in deinem Umfeld, die den Fehler mit wenigen Handgriffen aus der Welt schaffen können. Falls nicht, hilft Kreativität: Durch Upcycling entstehen aus Fahrradfelgen Wanduhren, aus Computermonitoren Spiegel, aus Snowboards Wandregale und vieles mehr.   

 

Stufe 3: Leihen und tauschen   

Oft brauchen wir Dinge nur für eine kurze Zeit oder einen besonderen Anlass: Deko für eine Hochzeit, Werkzeug zum Renovieren, Tauchequipment und eine Dachbox für den Sommerurlaub, Skiausrüstung oder einen Schlitten im Winter, ein Spiel für den Kindergeburtstag oder ein Raclette-Set für die Silvesterparty. Einmal gekauft kommen viele dieser Artikel nur gelegentlich oder gar einmalig zum Einsatz und verstauben dann zu Hause, wo sie auch noch Platz wegnehmen. Um das zu vermeiden, kannst du sie dir ausleihen oder mieten, mit Freund:innen oder der Familie teilen oder vielleicht sogar gegen etwas eintauschen, was du nicht nutzt, dein Gegenüber aber braucht.   

 

Stufe 4: Gebraucht kaufen   

Dinge, für die du zu Hause keine Verwendung findest, können anderen eine Freude bereiten. Das gilt für Kleidung genauso wie für Werkzeug, Sportutensilien, Haushaltsgeräte, Spiele und Bücher – und funktioniert andersherum natürlich genauso. Wenn du etwas anschaffen möchtest, das nicht unbedingt nagelneu sein muss, lohnt es sich deshalb oft, gebraucht zu kaufen. Das geht in Online-Portalen, auf Flohmärkten, in Second-Hand-Läden, über Zeitungsannoncen und sogar im privaten Umfeld. Manchmal werden Produkte sogar ungenutzt zum vergünstigten Preis weiterverkauft. Auf Refurbished-Plattformen findest du außerdem Smartphones, Laptops und Co. zum Gebrauchtkauf – gründlich geprüft, generalüberholt und mit Garantie.   

 

Stufe 5: Neu kaufen   

Wenn du den gesamten Prozess durchgespielt hast und keine der vier Stufen infrage kommt, kannst du dein Wunschprodukt natürlich immer noch neu kaufen. Schließlich geht es beim nachhaltigen Konsum nicht darum, gar keine Neukäufe mehr zu tätigen, sondern vielmehr darum, bei der Konsumentscheidung bewusst alle Faktoren und Optionen einzubeziehen, das eigene Konsumverhalten zu reflektieren und so zu einem gut durchdachten Entschluss zu kommen.  

2. Neues nachhaltig einkaufen – so geht’s 

In manchen Bereichen lässt es sich gar nicht vermeiden, Dinge neu zu kaufen – zum Beispiel beim Lebensmittelkauf. Abgesehen davon lassen sich Neukäufe und Nachhaltigkeit durchaus miteinander vereinen, wenn du weißt, worauf du achten musst:  

1. Herkunft und Herstellung 
Wirf vor dem Kauf eines Produkts einen Blick auf das Herkunftsland. Vielleicht findest du eine Alternative, die in Deutschland, einem Nachbarland oder zumindest innerhalb der EU gefertigt wurde? Achte zudem auf Gütesiegel, die Auskunft über Produktionsbedingungen, Haltungsformen, Energie- und Ressourcenverbrauch und Ähnliches geben. 

 

2. Materialien und Inhaltsstoffe 
Die Stoffe, aus denen ein Produkt besteht, sagen viel über dessen Qualität, Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit. Die entsprechenden Angaben findest du bei Lebensmitteln in der Liste der Inhaltsstoffe, bei Kleidung wiederum in der Materialzusammensetzung. Auch bei Elektronikgeräten findest du in den Herstellerangaben hilfreiche Informationen. 

 

3. Verpackung und Entsorgung 
Gerade beim Lebensmittelkauf begegnen dir die verschiedensten Verpackungsmaterialien: Halte hier nach Möglichkeit Ausschau nach verpackungsfreien Produkten oder plastikfreien Verpackungen, bevorzuge Mehrweg gegenüber Einweg und achte auch auf die Verwendung recycelter und recycelbarer Materialien. 

 

4. Haltbarkeit und Füllmenge 
Ein wichtiger Bestandteil des nachhaltigen Konsums ist auch die vorausschauende Planung deines Einkaufs. Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, kannst du auf eine möglichst lange Haltbarkeit achten. Kleine Füllmengen sind zwar meist etwas teurer, stellen aber ebenfalls eine gute Möglichkeit dar, um Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken und Müll zu reduzieren. 

3. Noch mehr Nachhaltigkeit im Alltag – mit unseren Tipps

Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. Deshalb kann nachhaltiger Konsum je nach Lebensbereich viele verschiedene Formen annehmen. Wir zeigen dir, in welchen Bereichen deines Alltags du Nachhaltigkeitsstrategien anwenden kannst, um aktiv zum Umweltschutz beizutragen – und welche Maßnahmen du konkret ergreifen kannst, um deinen ökologischen Fußabdruck zu verbessern:   

 

  • Nachhaltige Kleidung
    Fast Fashion belastet die Umwelt und beutet Arbeitskräfte aus. Wie wäre es stattdessen mit nachhaltiger Mode? Hier erfährst du, was Slow und Sustainable Fashion ausmacht, woran du sie erkennst und worauf du beim Kauf von Kleidung achten kannst.   
  • Nachhaltig reisen 
    Die Welt bereisen und dabei die Umwelt und Ressourcen schonen? Das geht. Wir zeigen dir, wie du deine nächste Urlaubsreise nachhaltiger gestaltest und mit sanftem Tourismus respektvoll und authentisch mit der örtlichen Natur und Kultur in Verbindung trittst.   
  • Nachhaltige Mobilität 
    Ein großer Anteil der weltweiten Treibhausgasemissionen entsteht durch den Verkehr. Nachhaltige Mobilitätskonzepte können dazu beitragen, den CO2-Ausstoß und die Feinstaubbelastung durch Autos und Co. zu verringern. Wissenswertes zu nachhaltigen Alternativen findest du hier.

Nachhaltigen Konsum fördern – durch Wirtschaft und Politik 

All diese Tipps können als Hilfestellung dienen, um im Alltag öfter über den Tellerrand hinauszublicken und Konsumentscheidungen zu treffen, die sich mit einem nachhaltigen Lebensstil und einem gewissen Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft und vor allem auch nachfolgenden Generationen vereinen lassen. Aber: Um Nachhaltigkeit gesellschaftsfähig, erschwinglich und vor allem praktikabel zu machen, ist ein ganzheitlicherer Ansatz erforderlich, der auch die großen Akteure und Unternehmen in die Verantwortung nimmt – auf wirtschaftlicher wie auch auf politischer Ebene.   

Nachhaltigkeitsstrategien für Hersteller, Händler und Co. 

Damit du als Konsument:in nachhaltige Kauf- und Konsumentscheidungen treffen kannst, müssen zunächst die nötigen Rahmenbedingungen seitens der Wirtschaft geschaffen werden. Hierfür braucht es konkrete Nachhaltigkeitsstrategien, die sich von der Produktion über den Handel und Transport bis hin zur Abfallwirtschaft erstrecken:  

Bei der Herstellung von Konsumgütern werden Ressourcen verbraucht und Treibhausgase freigesetzt. Damit Verbraucher:innen nachhaltig konsumieren können, muss schon der Produktionsprozess ressourcenschonend und fair erfolgen. Das umfasst zum Beispiel die Nutzung nachwachsender Ressourcen, den Umstieg auf erneuerbare Energien, die Steigerung der Energieeffizienz und Langlebigkeit von Produkten sowie faire Arbeitsbedingungen und Löhne.   

Viele Produkte des täglichen Konsums werden in Ländern des globalen Südens produziert. So entstehen lange Transportwege, die eine enorme Belastung für die Umwelt darstellen. Neben dem Transport vom Hersteller zum Händler treiben auch die Lagerung, der Versand zu den Endverbraucher:innen und Retouren die Treibhausgasemissionen in die Höhe. Nachhaltigkeitsstrategien für die Logistik reichen vom Einbezug von Elektromobilität und Solarenergie über umweltfreundliche Verpackungsmaterialien bis hin zur strategischen Bündelung einzelner Lieferungen.   

Während die Produktion und Logistik schon zum Tragen kommen, bevor ein Produkt seinen Weg zu dir als Verbraucher:in findet, wird die Entsorgung erst dann relevant, wenn der Lebenszyklus des Produkts sich dem Ende neigt. Trotzdem muss sie bei einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie mitgedacht werden – und beschränkt sich nicht auf die Mülltrennung durch die Verbraucher:innen. Ziel eines nachhaltigen Konsums ist es, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Dafür gilt es, Abfall nach Möglichkeit zu vermeiden, wiederzuverwerten oder zu recyceln. Eine nachhaltige Abfallwirtschaft kann daher von möglichst verpackungsfreien Produkten über die Verwendung wiederverwertbarer oder recycelbarer Materialien bis hin zur Bereitstellung einer effizienten Recyclinginfrastruktur reichen.   

Nachhaltigkeitsbestrebungen in der Politik   

Auch auf politischer Ebene werden Maßnahmen ergriffen, um eine solide Grundlage für nachhaltige Konsumentscheidungen zu schaffen und dir die Umsetzung zu erleichtern: 

Nationales Programm für nachhaltigen Konsum  

 

2016 hat die Bundesregierung das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum beschlossen. Das Programm wurde federführend vom Bundesumweltministerium, kurz BMUV, erarbeitet. Es umfasst Maßnahmen, Ziele und Leitlinien zur Stärkung des nachhaltigen Konsums in verschiedenen Lebensbereichen und soll dabei helfen, eine politische Infrastruktur zu schaffen und die Konsumkompetenz der Verbraucher:innen zu fördern. Im Fokus stehen sechs Konsumbereiche, die ein besonders großes Potenzial für die Entlastung der Umwelt bieten: Mobilität, Ernährung, Wohnen und Haushalt, Büro und Arbeit, Bekleidung, Tourismus und Freizeit.    

  

Kompetenzzentrum und Netzwerk Nachhaltiger Konsum   


Seit 2017 soll das Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum im Umweltbundesamt das Programm vorantreiben. Es setzt sich aus Vertreter:innen verschiedener Ministerien zusammen, die die sechs Konsumbereiche repräsentieren, und unterstützt die Bundesregierung bei der Umsetzung des Programms – sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Zudem stellt das Kompetenzzentrum Infomaterialien bereit, koordiniert fachwissenschaftliche Dienstleistungen und informiert über Maßnahmen, Programme und Fördermittel. Ergänzt wird das Kompetenzzentrum durch das Netzwerk Nachhaltiger Konsum, das einen stärkeren Einbezug der Gesellschaft sicherstellt, indem es Akteur:innen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Bevölkerung zusammenbringt.  

 

Internationale Ziele und Programme  

 
Auch auf internationaler Ebene ist nachhaltiger Konsum ein politisches Thema. Erstmals aufgegriffen wurde die Idee im Jahr 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro. Seitdem wurden verschiedene Strategien und Programme zur Förderung nachhaltiger Produktions- und Konsummuster entwickelt, darunter der europäische Aktionsplan „Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch“, das One Planet Network und die „2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen sowie das globale Sustainable Development Goal (SDG) „Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen“.   

Schritt für Schritt zu mehr Nachhaltigkeit: Wie wir bei REWE Verantwortung übernehmen 

Nachhaltiger einkaufen:  

Erfahre, wie REWE dich mit nachhaltigen Produkten und cleveren Tipps beim umweltfreundlichen Einkauf unterstützt. Gemeinsam setzen wir auf Regionalität, Fairness und Qualität. 

Klimaschutz bei REWE: 

REWE engagiert sich aktiv für den Klimaschutz. Entdecke, wie wir mit innovativen Projekten und nachhaltigen Maßnahmen die Umwelt schützen und Emissionen reduzieren. 

Grüne Energie bei REWE: 

Grünstrom schont natürliche Ressourcen – deshalb versorgen wir unsere Märkte mit Energie aus erneuerbaren Quellen. Hier erfährst du mehr zu Energie und Emissionen – und zu unseren Plänen für die Zukunft.  

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