Ökologische Nachhaltigkeit verstehen: Grundlagen, Herausforderungen und praktische Lösungen
Nachhaltiges Handeln ist für unser Leben von zentraler Bedeutung. Ökologische Nachhaltigkeit bildet dabei das Fundament. Sie stellt sicher, dass wir unsere natürlichen Ressourcen bewahren, ohne die Bedürfnisse künftiger Generationen zu gefährden. Doch was bedeutet ökologische Nachhaltigkeit genau? Und wie wirkt sie sich auf unser Leben aus?

Was heißt Nachhaltigkeit? Ursprünge und Entwicklung
Die erste schriftliche Erwähnung des Nachhaltigkeitsgedanken wird dem Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz zugewiesen, der im Jahr 1713 nachhaltiges Handeln in der Waldwirtschaft forderte: Es sollten nicht mehr Bäume gefällt werden, als durch kontinuierliche Anpflanzung nachwachsen konnten. So sollte sichergestellt werden, dass der Wald als natürliches System langfristig erhalten bleibt, ohne Schaden zu nehmen.
Überträgt man diese Leitidee vom Wald als konkretes Anwendungsgebiet auf eine gesamtgesellschaftliche Ebene, lässt sich Nachhaltigkeit als ein Handlungsprinzip definieren, bei dem weniger die Handlung selbst als vielmehr ihre Konsequenzen in den Fokus rücken: Eine Handlung gilt also dann als nachhaltig, wenn ihre Folgen keinen bleibenden Schaden anrichten – weder ökologisch noch ökonomisch oder sozial.
Nachhaltigkeit als politisches Leitbild
Eine politische Dimension bekam das Thema Nachhaltigkeit spätestens mit dem 1987 erschienenen Brundtland-Bericht. Darin entwickelte die unabhängige Internationale Kommission für Umwelt und Entwicklung erstmals das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung, die zur Grundlage einer globalen Politikstrategie wurde. Der Zukunftsbericht mit dem Titel „Our Common Future“ enthält die bis heute wohl meistzitierte Definition des Begriffs Nachhaltigkeit:
„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“
Der Bericht formuliert den Anspruch, dass wir unseren Planeten „enkeltauglich“ behandeln. Infolgedessen wurden Problembereiche wie Umweltverschmutzung, Schuldenkrisen und Bevölkerungsentwicklung erstmals zusammengedacht. Im Jahr 1992 folgte dann ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Umweltschutzes: Die erste UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio, aus der die Agenda 21 hervorging – das erste Aktionsprogramm für eine weltweite nachhaltige Entwicklung. Seither herrscht Konsens darüber, dass ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in der Politik gleichwertig betrachtet werden müssen, um globalen Umweltschutz leisten zu können.
Dimensionen der Nachhaltigkeit: Drei-Säulen-Modell und Nachhaltigkeitsdreieck

Drei-Säulen-Modell
Im Drei-Säulen-Modell für Nachhaltigkeit bilden Ökologie, Ökonomie und Soziales die Basis für nachhaltige Entwicklung. Die Darstellung in Form von drei Säulen symbolisiert die gleichwertige Gewichtung von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft, die notwendig ist, um die Ressourcen der Erde langfristig zu bewahren.
Bildquelle: Felix Müller, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
Gewichtetes Säulen-Modell
Eine Erweiterung des Drei-Säulen-Modells sieht vor, dass natürliche Ressourcen und das Klima als Fundament dienen, auf denen die drei Säulen Ökonomie, Kultur und Soziales stehen. Dieses gewichtete Säulen-Modell steht für eine „starke Nachhaltigkeit“, die verdeutlichen soll, dass die Säulen auf der Ökologie aufbauen und auf natürliche Ressourcen und das Klima angewiesen sind.

Nachhaltigkeitsdreieck
Auch das Nachhaltigkeitsdreieck soll die Balance zwischen den drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales darstellen. Der Grundgedanke dieses Nachhaltigkeitskonzeptes deckt sich mit dem des Drei-Säulen-Modells und besagt, dass keiner der drei Aspekte vernachlässigt werden darf, da sonst das gesamte System aus dem Gleichgewicht gerät.
Bildquelle: eigene Darstellung in Anlehnung an: Roland Mietke, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
Die drei Dimensionen lassen sich dabei wie folgt näher definieren:
Die ökologische Säule befasst sich mit dem Schutz und Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Dazu gehören Maßnahmen wie die Reduzierung von Treibhausgasen, der schonende Umgang mit Ressourcen und die Förderung von Biodiversität. Ziel ist es, Ökosysteme so zu bewahren, dass sie auch in Zukunft funktionieren.
Nachhaltigkeit in der Wirtschaft bedeutet, langfristig zu denken und wirtschaftliche Prozesse so zu gestalten, dass sie umweltschonend und sozial gerecht sind. Als zentrale Themen gelten Ressourceneffizienz, erneuerbare Energien und innovative Technologien.
Die soziale Dimension sorgt dafür, dass gesellschaftliche Gerechtigkeit gefördert wird. Das betrifft Bereiche wie Bildung, Arbeitsbedingungen und die Verringerung von Ungleichheit. Nachhaltigkeit ist nur dann möglich, wenn alle Menschen gleiche Chancen und Perspektiven erhalten.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung
In Anlehnung an die drei Säulen verabschiedeten die Vereinten Nationen im September 2015 die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. Sie beinhaltet 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung – auch Sustainable Development Goals, kurz SDGs genannt – und soll weltweit eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene sichern. Dazu gehören unter anderem der Kampf gegen Armut, der Einsatz für Bildung, nachhaltiger Konsum und Maßnahmen zum Klimaschutz.
Nachhaltigkeit wird dabei als Gemeinschaftswerk betrachtet, das global umgesetzt werden muss. Die Industrieländer gelten als Vorreiter. Wie die 17 Nachhaltigkeitsziele in Deutschland umgesetzt werden sollen, hat die Bundesregierung in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt.
Was wir bei REWE tun, um das Klima schützen, erfährst du hier: REWE – Dein Markt für mehr Klimaschutz
Ökologische Nachhaltigkeit
Die ökologische Nachhaltigkeit steht im Zentrum der Bemühungen, die Umwelt langfristig zu schützen und die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren. Sie betrachtet die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt und setzt klare Ziele, um Ökosysteme und Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Betrachtet man die ökologische Nachhaltigkeit nicht nur als Säule, sondern als Fundament menschlichen Lebens, rücken die Bestrebungen für ihren Erhalt noch stärker in den Fokus.
Was gehört zur ökologischen Nachhaltigkeit?
Zur ökologischen Nachhaltigkeit gehören Maßnahmen, die darauf abzielen, die Natur zu bewahren und Umweltbelastungen zu reduzieren. Wichtige Aspekte sind:
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Ressourcenschonung – der sparsame und effiziente Einsatz von Rohstoffen wie Wasser, Holz oder fossilen Brennstoffen
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Klimaschutz – Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, um die Erderwärmung zu begrenzen
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Erhalt der Biodiversität – Schutz von Pflanzen, Tieren und ihren Lebensräumen, um das Gleichgewicht der Ökosysteme zu sichern
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Kreislaufwirtschaft – Wiederverwertung und Recycling, um Abfälle zu minimieren und Rohstoffe im Kreislauf zu halten
Ziele der ökologischen Nachhaltigkeit
Die Hauptziele ökologischer Nachhaltigkeit sind der langfristige Schutz der Umwelt und die Förderung eines nachhaltigen Lebensstils. Konkret heißt das:
Die Hauptziele ökologischer Nachhaltigkeit sind der langfristige Schutz der Umwelt und die Förderung eines nachhaltigen Lebensstils. Konkret heißt das:
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Treibhausgasemissionen auf ein klimaverträgliches Niveau begrenzen
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Erneuerbare Energien und umweltfreundliche Technologien fördern
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Natürliche Ressourcen wie Wälder, Böden und Gewässer für künftige Generationen sicherstellen
Ökologische Nachhaltigkeit ist damit nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance für Innovation und Fortschritt.
Nachhaltigkeit im Alltag: Konsum, Mobilität, Reisen
Die Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeit steht vor zahlreichen Herausforderungen. Der Klimawandel, der zunehmende Ressourcenverbrauch und die Umweltverschmutzung stellen die Menschheit vor große Aufgaben. Durch eine Kombination aus politischen, unternehmerischen und individuellen Maßnahmen können wir die Herausforderungen der ökologischen Nachhaltigkeit bewältigen. Der Schlüssel liegt in der Zusammenarbeit auf allen Ebenen.
Jede:r von uns kann durch bewusste Entscheidungen im Alltag dazu beitragen, die Umwelt zu schonen und die natürlichen Ressourcen zu bewahren. Denn mit unseren Gewohnheiten hinterlassen wir Spuren in unserer Umwelt: Mess- und sichtbar werden diese Spuren etwa durch den ökologischen Fußabdruck. Hier sind einige einfache, aber wirkungsvolle Tipps, um die Umwelt durch unser Handeln weniger zu belasten und damit ökologisch nachhaltiger zu leben.
Wie du mit kleinen Veränderungen im Alltag zum Umweltschutz beitragen kannst, liest du hier.

1. Ressourcen verantwortungsvoll nutzen
Besonders effektiv ist der verantwortungsvolle Umgang mit den uns gegebenen Ressourcen. Mit diesen Maßnahmen kannst du deinen Energieverbrauch und damit auch die CO₂-Emissionen und deine Kosten senken, deinen Ressourcenverbrauch reduzieren und durch Müllvermeidung der Umweltverschmutzung entgegenwirken:
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Mülltrennung optimieren: Achte darauf, Recyclingmaterialien wie Glas, Papier und Metall konsequent zu trennen.
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Kompostieren: Indem du Küchenabfälle zu nährstoffreicher Erde verarbeitest und im Garten einsetzt, kannst du Abfallmengen reduzieren.
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Zero-Waste-Produkte nutzen: Zahnbürsten aus Bambus, unverpackte Lebensmittel und feste Seifen sind umweltschonende Alternativen.
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Energieeffizienz fördern: Energiesparlampen und energieeffiziente Geräte, bewusstes Heizen und Ökostrom senken deine Emissionen.
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Wasserverbrauch senken: Du kannst z. B. kürzer duschen, Wassersparaufsätze nutzen oder deine Pflanzen mit Regenwasser gießen.
Was du außerdem tun kannst, um deinen ökologischen Fußabdruck zu verbessern – und was dieser überhaupt aussagt –, erfährst du hier.
2. Nachhaltige Konsumentscheidungen treffen
Nachhaltiger Konsum ist ein zentraler Bestandteil eines umweltfreundlichen Lebensstils. Indem du bewusst einkaufst und deine Konsumentscheidungen hinterfragst, kannst du Ressourcen schonen, Abfall vermeiden und die Umwelt schützen. Es geht darum, Qualität über Quantität zu stellen, regionale und nachhaltige Produkte zu bevorzugen und auf umweltfreundliche Alternativen umzusteigen. Schon kleine Veränderungen im Einkaufsverhalten können einen großen Unterschied machen – sowohl für die Umwelt als auch für zukünftige Generationen.
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Regional und saisonal einkaufen: Lebensmittel aus der Region verringern den CO₂-Ausstoß und unterstützen lokale Erzeuger:innen. Hier findest du bei REWE Produkte und Erzeuger:innen in deiner Nähe.
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Plastik vermeiden: Wiederverwendbare Alternativen wie Stofftaschen, Trinkflaschen und Brotdosen helfen, Plastikmüll zu reduzieren.
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Secondhand statt neu: Um Ressourcen zu sparen und Abfall zu vermeiden, kannst du Kleidung, Möbel, Technik und Co. gebraucht kaufen.
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Weniger Fleisch essen: Eine pflanzenbetontere Ernährung schont die Umwelt und senkt den Wasser- und Flächenverbrauch. REWE führt über 2.100 vegane Produkte im Sortiment.
Erfahre hier, wie du mit bewussten Kaufentscheidungen Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft nehmen kannst.

3. Nachhaltige Kleidung kaufen
Die Textilindustrie gehört zu den größten Umweltsündern weltweit. Durch nachhaltige Kleidung kannst du dazu beitragen, die negativen Auswirkungen zu reduzieren. Wähle Kleidung bewusst – zum Beispiel aus umweltfreundlichen Materialien, langlebiger Qualität oder aus zweiter Hand. Auch faire Arbeitsbedingungen und kurze Transportwege spielen eine Rolle. Indem du auf nachhaltige Alternativen zur Fast Fashion setzt, schützt du nicht nur die Umwelt, sondern unterstützt auch soziale Gerechtigkeit in der Modebranche.
Aus welchen Materialien nachhaltige Kleidung besteht und worauf du beim Kauf achten solltest, erfährst du hier.

4. Nachhaltige Mobilität unterstützen
Der Verkehrssektor ist einer der größten Verursacher von CO₂-Emissionen. Mit nachhaltiger Mobilität kannst du einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel – es gibt viele Alternativen zum eigenen Auto, die die Umwelt entlasten. Für längere Strecken bieten Carsharing, Fahrgemeinschaften oder Elektrofahrzeuge nachhaltige Lösungen. Statt mit dem Flugzeug erreichst du andere Städte und selbst das Nachbarland auch gut mit dem Zug. Indem du bewusst auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigst, senkst du deinen CO₂-Fußabdruck und trägst zur Schonung der Ressourcen bei.
5. Nachhaltig Reisen
Reisen bereichert das Leben, wirkt sich aber häufig stark auf den ökologischen Fußabdruck aus. Nachhaltiges Reisen setzt darauf, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig lokale Gemeinschaften zu unterstützen, und gibt dir die Chance, die Welt bewusst zu erleben und dabei Natur und Kultur für zukünftige Generationen bewahren. Folgende Tipps helfen dir, deine Reisen in Zukunft bewusst und klimafreundlich zu planen:
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Wähle klimafreundliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn und verzichte, wenn möglich, auf Kurzstreckenflüge.
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Entscheide dich für Unterkünfte, die auf ökologische und soziale Standards achten, und unterstütze die örtliche Infrastruktur.
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Begib dich auf die Suche nach unbekannten Nahzielen oder erkunde deine Umgebung aus einer neuen Perspektive.
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Plane lieber längere Aufenthalte an einem Ort anstelle von vielen kurzen Reisen – insbesondere bei Fernreisen.
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