Mit Mehrwegverpackungen umweltfreundlicher einkaufen
Mehrwegverpackungen geben sind für Verbraucher:innen eine einfache Möglichkeit, ihren Teil dazu beizutragen: Da sie mehrfach verwendet werden können, stellen sie eine umweltfreundlichere Alternative zu Einwegmaterialien dar und tragen so zur Reduzierung von Plastikmüll bei. In diesem Artikel erklären wir, welche Vorteile Mehrweglösungen bieten, woran du sie erkennst und wie du sie im Alltag nutzen kannst.
Was ist eine Mehrwegverpackung?
Gemüsenetze, Trinkflaschen aus Edelstahl oder Glas und Thermo-Becher für unterwegs: Das alles sind Mehrwegverpackungen. Sie sind dazu bestimmt, mehrfach für denselben Zweck wiederverwendet zu werden. Nach der Nutzung können sie gereinigt und erneut eingesetzt werden. Mehrwegsysteme binden Verpackungen auf diese Weise in eine Kreislaufwirtschaft ein, was Verpackungsmüll reduziert und Ressourcen schont.
Damit eine Mehrwegverpackung auch vor dem Gesetz als solche gilt, muss ein Anreizsystem gegeben sein, das eine Rückgabe durch die Kund:innen für die anschließende Wiederaufbereitung gewährleistet – zum Beispiel ein Pfandsystem. Pfandsysteme gibt es übrigens nicht nur für Getränkeverpackungen wie Mehrwegflaschen, sondern auch für Mehrwegverpackungen für Speisen wie To-go-Boxen, zum Beispiel in der Gastronomie.
Die Anforderungen an Mehrwegverpackungen sind aufgrund der Mehrfachnutzung entsprechend hoch. Sie müssen:
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haltbar und strapazierfähig,
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stapelbar und
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gut zu reinigen sein.
Im Bereich Lebensmittel und Getränke versteht man darunter unter anderem Mehrwegkisten für den Obst- und Gemüsetransport, wiederverwendbare Glasflaschen oder Mehrweg-Getränkefässer.

Die Vorteile von Mehrwegverpackungen
Einmalverpackungen wie Einweggeschirr, To-go-Kaffeebecher, Imbissverpackungen oder Getränkedosen landen nach einmaliger Benutzung im Müll und können anschließend nur zu einem Teil recycelt werden. Bei Mehrwegverpackungen wie Glasflaschen und Co. ist das anders.
Geringerer CO2-Verbrauch
Mehr Komfort
Niedrigere Kosten
Optimierte Prozesse
Hier findest du weitere Vorteile von Mehrwegverpackungen und erfährst, wo du sie in deinem REWE-Markt findest und wie du sie nutzen kannst.
Verpackungsgesetz und Mehrwegpflicht – gesetzliche Regelungen im Überblick
Die gesetzlichen Vorgaben zu Verpackungen sind in Deutschland im Verpackungsgesetz geregelt. Es umfasst verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, Plastik im Alltag zu vermeiden und die negativen Auswirkungen von Verpackungsabfällen auf die Umwelt möglichst gering zu halten.
Das VerpackG sieht für den Getränkesektor zum Beispiel einen Anteil von 70 % Mehrwegverpackungen vor. Laut Umweltbundesamt lag der tatsächliche Anteil im Jahr 2024 aber nur bei 42,6 %.
Erweitert wurde das Verpackungsgesetz um die Einwegkunststoffrichtlinie. Sie soll dafür sorgen, dass weniger Plastikmüll in die Meere gelangt. Seit Juli 2021 ist die Herstellung von Einwegplastik außerdem EU-weit nicht mehr erlaubt. Betroffen sind zum Beispiel Wattestäbchen mit Plastik, Strohhalme, Plastikteller und -besteck für die Einmalnutzung, To-go-Becher und mehr.
Auch die Mehrwegpflicht ist ein wichtiger Schritt zur Förderung nachhaltiger Verpackungslösungen und betrifft vor allem den Einzelhandel und die Gastronomie. Sie verpflichtet seit dem 1. Januar 2023 Letztvertreiber wie Gastronomiebetriebe dazu, ihre Speisen zum selben Preis auch in umweltfreundlichen Mehrwegverpackungen anzubieten.
Das gilt beispielsweise für Mehrwegbecher oder Mehrwegbehälter für Speisen. Viele Betriebe setzen dabei auf praktische Pfandsysteme, bei denen die Verpackungen gegen eine geringe Gebühr ausgegeben und bei Rückgabe wieder zurückgenommen werden. Ausgenommen sind kleine Betriebe mit weniger als fünf Mitarbeiter:innen und einer Ladengröße von maximal 80 m2. Hier müssen Kund:innen aber per Gesetz die Möglichkeit erhalten, eigene Behälter zum Befüllen mitzubringen.

Die Mehrwegpflicht und die strikten Begrenzungen von Einwegplastik stellen einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltigen Konsums dar und tragen langfristig dazu bei, Einwegverpackungen schrittweise zu verbannen. Sie stellt sicher, dass Verbraucher:innen Zugang zu umweltfreundlicheren Alternativen haben, während Unternehmen in die Pflicht zur Einhaltung nachhaltiger Praktiken genommen werden.
Das Pfandsystem: Mehrweg und Einweg
Im Einzelhandel, insbesondere bei Getränken, sind Mehrwegflaschen und Mehrwegbehälter längst etabliert. Sie ermöglichen einen umweltfreundlichen Einkauf. Das Pfandsystem spielt hierbei eine zentrale Rolle. Kund:innen zahlen beim Kauf eines Produkts eine Pfandgebühr, die sie bei der Rückgabe der Mehrwegverpackung erstattet bekommen. So wird der Anreiz geschaffen, die Verpackung zurückzubringen, anstatt sie zu entsorgen. Pfandsysteme für Flaschen weisen eine extrem hohe Sammelquote von 99 % auf.
Einwegpfand
Die Pfandpflicht für Einweggetränkeverpackungen besteht in Deutschland bereits seit 2003. Seit 2022 sind alle Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen pfandpflichtig – außer spezielle Getränke für Säuglinge und Kinder in Einwegflaschen und alkoholische Getränke in Einweg-Glasflaschen, die der Alkoholsteuer unterliegen.
Pfandpflichtige Einwegflaschen mit einem Füllvolumen von 0,1 Liter bis 3 Liter sind in Deutschland mit 25 Cent bepfandet. Darunter fallen unter anderem Mineralwasser, Bier, Erfrischungsgetränke, Saft, Milch und alkoholhaltige Mischgetränke.
Die gebrauchten Einwegbehälter werden meist schon im Leergutautomaten gepresst und anschließend in Sortieranlagen teilweise recycelt und zum Teil verbrannt.
Mehrwegpfand
Für die Höhe des Mehrwegpfands auf Getränke gibt es anders als für das Getränke-Einwegpfand keine gesetzliche Regelung. Die Abfüller können die Höhe des Pfands frei bestimmen. Folgende Beträge sind üblich:
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0,08 € für Mehrweg-Bierflaschen mit 0,33 l oder 0,5 l Inhalt
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0,15 € für Mehrweg-Bierflaschen mit Bügelverschluss und sonstige Mehrwegflaschen aus Glas oder härterem Kunststoff mit Drehverschluss wie Mineralwasser, Limonade, Joghurt, Milch und Fruchtsäfte
Einige regionale Produkte und Hersteller rufen individuelle Pfandpreise in Höhe von 10 Cent bis 25 Cent auf.
Mehrweg-Glasflaschen und Joghurtgläser werden nach der Rückgabe gereinigt und können bis zu 50-mal wieder befüllt, Mehrwegflaschen aus PET bis zu 25-mal.

Woran erkenne ich Mehrwegflaschen im Handel?
Während Getränke in Einwegflaschen mit Pfand die Hinweise „Einweg“ und „Pfand“ tragen müssen, existiert keine einheitliche Kennzeichnung von Mehrwegverpackungen.
Du kannst Mehrwegflaschen aber trotzdem an einigen Merkmalen erkennen:
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Mehrwegflaschen bestehen nie aus weichem Plastik, sondern immer aus Glas oder dickerem PET-Kunststoff.
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Auf Mehrwegflaschen gibt es immer Pfand.
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Auf der Flasche oder dem Etikett stehen Begriffe wie Leihflasche, Pfandflasche, Mehrweg oder Mehrwegflasche.
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Manche Mehrwegflaschen tragen das Siegel Blauer Engel oder Für die Umwelt MEHRWEG.
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Viele Mehrwegflaschen kannst du in Kästen kaufen.
Einwegflaschen mit Pfand aus dem Kasten erkennst du oft an der Kennzeichnung „PET-Cycle“. Dies signalisiert, dass das Material der PET-Einwegflasche zwar recycelt, die Flasche aber nicht wiederverwendet wird.
Du möchtest wissen, wie REWE Verpackungen reduziert und Ressourcen schont?
Hier liest du alles über Mehrweg-Optionen und unverpackte Produkte – und erfährst, wie auch du einen Beitrag leisten kannst.
Praktische Tipps: Mehrwegverpackungen im Alltag nutzen
Mehrweglösungen in den Alltag zu integrieren ist oft leichter als gedacht. Manchmal erfordert es ein wenig Planung und die Umstellung alter Gewohnheiten, bringt aber langfristig erhebliche Vorteile für die Umwelt und das eigene Leben. Mit diesen praktischen Tipps kannst du Mehrwegverpackungen effektiv nutzen und gleichzeitig Verpackungsmüll reduzieren:
Mehrwegverpackungen immer dabei haben
Richtige Pflege und Reinigung
Pfandsysteme nutzen
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